Bankgeschäfte am Smartphone
Das Handy wird zunehmend zum Dreh- und Angelpunkt für Bankgeschäfte und Zahlungsverkehr. - Quelle: Shutterstock.com
Das Smartphone wird zunehmend zum Dreh- und Angelpunkt für Bankgeschäfte und Zahlungsverkehr: Laut einer YouGov-Umfrage nutzen 52 Prozent der volljährigen Bankkunden die Banking App ihrer Hausbank – insgesamt knapp zwei Drittel können sich vorstellen, zukünftig alle einfachen Bankgeschäfte eher oder sehr wahrscheinlich via App zu erledigen. Darin enthalten sind fast ein Fünftel, die das heute schon tun.
Zugleich stimmt ein Anteil von 30 Prozent zu, immer mit Smartphone/Smartwatch zu bezahlen, wenn es möglich ist. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag des Marketingfonds der Volksbanken Raiffeisenbanken. Zum Vergleich: Bei einer Umfrage im Dezember 20212 lag der Anteil für eine zumindest gelegentliche Nutzung des mobilen Endgeräts für Bezahlvorgänge erst bei 27 Prozent.
Regelmäßige Nutzung im Aufwind
„Je mehr das Smartphone als Anker im Alltag sämtliche Lebensbereiche durchdringt, desto stärker wird auch seine Relevanz für alltägliche Finanzangelegenheiten“, kommentiert Jürgen Wache, Vorstandsvorsitzender der Hannoverschen Volksbank eG. „Das lässt sich auch daran ablesen, dass unter den App-Nutzern 29 Prozent täglich oder sogar mehrmals täglich von dieser Anwendung Gebrauch machen, weitere 37 Prozent mehrmals wöchentlich. So können z.B. mit der VR Banking App jederzeit der Kontostand im Blick behalten oder Überweisungen durchgeführt werden – egal ob zuhause, auf dem Weg zur Arbeit, zwischen zwei Besprechungen, beim Spaziergang oder im Urlaub am Strand.“
Diese Flexibilität spiegelt sich in den Antworten auf die Frage, in welchen Situationen die Banking App der Hausbank am häufigsten genutzt werden: „In den eigenen vier Wänden“ sagen in der Umfrage 61 Prozent. „Unterwegs und zuhause ähnlich häufig“ kommt auf einen Anteil von 27 Prozent, „vor allem unterwegs z.B. in der Bahn, auf der Arbeit oder Urlaubsreisen“ weitere 11 Prozent.
Je jünger, desto App - je älter desto Laptop
Dabei sind den App-Nutzern vor allem hohe Sicherheitsstandards (58 Prozent), einfache Bedienung (51 Prozent) und hohe Datenschutzstandards (45 Prozent) wichtig: Es folgen mit deutlichem Abstand Schnelligkeit (25 Prozent) und technisch auf dem neusten Stand (23 Prozent). Auf viele Funktionen entfallen mit 16 Prozent vergleichsweise wenig Nennungen. Sicherheit wünschen sich vor allem Nutzer ab 55 Jahren mit 73 Prozent.
Unter den volljährigen Befragten geben 59 Prozent an, Onlinebanking am Laptop zur Erledigung ihrer Bankgeschäfte zu nutzen. „Bezogen aufs Alter sind die Nutzungsmuster gegenläufig: Je jünger, desto App - je älter desto Laptop“ sagt Kruse. Bei der Altersgruppe ab 55 Jahren ist die Präferenz für den Laptop mit 68 Prozent deutlich über dem Durchschnitt, dagegen findet die App mit gut zwei Dritteln bei den 18- bis 34-Jährigen überdurchschnittlichen Anklang.
Barzahlung zeigt sich noch dominant
Digitales Bezahlen ist nach Wahrnehmung der Verbraucher bei weitem nicht flächendeckend möglich: Das zeigen die Daten zur Frage „Wo ist Ihrer Erfahrung nach neben der Barzahlung in der Regel auch das Zahlen mit einer Girokarte, einer Kreditkarte oder dem Smartphone/der Smartwatch möglich?“ Besonders am Kiosk (38 Prozent), beim Friseur (31 Prozent), im Taxi (32 Prozent) und in der Bäckerei/Metzgerei (33 Prozent) klaffen noch größere Lücken: Hier ist nach der Beobachtung von jeweils etwa einem Drittel der Befragten nur Barzahlung möglich.
Gleichzeitig limitieren aber noch diverse Vorbehalte die Nutzung des Smartphones für Bezahlvorgänge: So stimmt die Hälfte der Bankkunden der Aussage zu, mobiles Bezahlen sei zu unsicher – 60 Prozent haben die Sorge, zu viele ihrer Daten weiterzugeben. Hinzu kommen praktische Erwägungen: 57 Prozent glauben, dass bar bezahlen einfacher und schneller geht als mit dem Smartphone. 76 Prozent achten darauf, für den Notfall immer genügend Bargeld oder die Girocard mitzuführen, falls das mobile Bezahlen nicht funktioniert.