Die Deutschen sparen in Zeiten von Corona deutlich weniger als zuvor. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Norisbank. Gleichzeitig wachsen die Ängste vor der Zukunft und damit die Vorsorge in diese.
Deutsche wollen weniger sparen als vorgenommen
Das Sparverhalten der Deutschen verändert sich in der Corona-Pandemie massiv.
Sparen zu Zeiten von Corona scheinen die Deutschen aktuell für weniger sinnvoll zu halten. Laut einer aktuellen Umfrage der Norisbank hat jeder sechste Deutsche seine Sparpläne verworfen. So gaben im März 2020 nur noch 40 Prozent der Befragten an, künftig wahrscheinlich weniger oder gar nicht mehr zu sparen. Zum Vergleich: Vor der Pandemie, im Oktober 2019, gaben noch 72,6 Prozent der Befragten an, im Jahr 2020 mehr oder genauso viel sparen zu wollen wie im Vorjahr.
45 Prozent der Befragten wollen laut Studie mit Blick auf ihre Finanzen erst einmal abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Gleichzeitig könnte sich die Coronakrise auf die Zukunftsvorsorge auszuwirken. Bei den 30- bis 39-Jährigen gewinnt sie stark an Bedeutung (von 25 auf 38,3 Prozent).
DZ Bank Studie bewertet Lage konträr
Ebenfalls an Bedeutung gewinnen Investments in Aktien und Fonds. 19,2 Prozent der von der Norisbank Befragten sind dazu bereit, langfristig anzulegen. Zuvor lag der Wert bei 16,9 Prozent. Dennoch: Das meiste Geld der Deutschen liegt auf dem guten alten Girokonto. Die Verfügbarkeit des Guthabens könnte für viele gerade jetzt besonders wichtig sein, heißt es in der Umfrageauswertung.
Das Interessante: Eine ebenfalls kürzlich veröffentlichte Studie der DZ Bank bewertet die Lage komplett anders. Sie geht davon aus, dass in diesem Jahr die höchste private Sparquote seit dem Jahr 1992 erreicht werden könnte. Investments in Aktien und Fonds werden hingegen unpopulär. Laut DZ Bank wird der jüngste Kurseinbruch zu einer negativen Vermögensbildung in Form von Aktien und Investmentfonds führen.