Nur noch 4 Prozent der Girokonten kommen ohne Gebühren aus
Laut Stiftung Warentest sind Girokonten immer seltener kostenlos. Bei nur noch 14 von 380 Girokonten im Test wurden keine Gebühren erhoben. - Quelle: Shutterstock.com
Nicht einmal vier Prozent der angebotenen Girokonten in Deutschland sind noch bedingungslos gebührenfrei. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in einer Untersuchung von 380 Kontomodellen von 152 Banken und Sparkassen. Demnach sind aktuell nur noch 14 Girokonten kostenfrei. Alle anderen Konten sind entweder mit einer Kontoführungsgebühr verbunden oder nur dann kostenfrei, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind – wie etwa ein bestimmter monatlicher Geldeingang. Im vergangenen Jahr gab es noch 20 echte Gratiskonten in Deutschland. Auffällig sei, dass immer häufiger Gebühren erhöht würden, eingeführt würden oder kostenlose Konten mit Bedingungen verknüpft würden, zitierte die Tagesschau die Finanztest-Expertin Heike Nicodemus. Die Stiftung Warentest betreibt in staatlichem Auftrag eine kostenlose Webseite zum Girokontenvergleich.
90 Girokonten mit einem günstigen Preisniveau
Laut Stiftung Warentest muss ein kostenloses Konto folgende Bedingungen erfüllen: keine Grundgebühr, keine Gebühr für Kontoauszug, Buchungen, Girocard und beim Geldabheben am Automaten im eigenen Bankenpool. Auch Voraussetzungen wie regelmäßiger Geld- und Gehaltseingang in einer bestimmten Höhe darf es bei einem echten Gratiskonto nicht geben.
Neben den 14 Gratiskonten fanden die Finanztest-Prüfer 90 Konten, die einschließlich Girocard und allen Buchungen nicht mehr als 60 Euro im Jahr kosten. Aus Sicht der Experten ist das ein günstiges Preisniveau. So viel dürfe ein Konto kosten, denn die Bank wickle Buchungen ab, stelle Geldautomaten und sichere Technik für das Onlinebanking bereit, heißt es in bei der Stiftung Warentest.
BGH setzt Banken Grenzen bei der Gebührenerhöhung
“Generell drehen die Kreditinstitute an verschiedenen Stellschrauben, so dass die Erhöhungen nicht so auffallen”, erklärte Nicodemus. Tendenziell würden Überweisungen in Papierform teurer, ebenso Kreditkarten. Problematisch sei, dass die Entgeltinformationen auf den Internetseiten der Institute oft sehr versteckt seien, so die Warentesterin. Zuletzt hatte der Bundesgerichtshof (BGH) den Gebührenerhöhungen Grenzen gesetzt, indem die Richter entschieden, dass Banken bei Änderungen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ab sofort die Zustimmung ihrer Kunden einholen müssen. Im April legte das Gericht fest, dass Bankkunden unangemessen benachteiligt würden, wenn die Geldinstitute von einer stillschweigenden Zustimmung ausgehen könnten, sofern der Kunde nach einer Änderung nicht binnen zwei Monaten widerspreche. Die Banken müssen nun im Nachhinein um Zustimmung zu den aktuellen Gebühren bitten.
Bankkunden können zudem Gebühren, die Institute ohne explizite Einwilligung erhoben hatten, zurückfordern. Nach einer ersten Einschätzung der Stiftung Warentest rückwirkend bis mindestens zum 1. Januar 2018.
Das sind die letzten 14 Girokonten, die laut Stiftung Warentest wirklich kostenlos sind
Kostenlos im Sinne des Girokonto-Tests der Fachredaktion von "Finanztest" bedeutet, dass kein Grundpreis für die Kontoführung anfällt, Onlinebanking inklusive ist, papierlose Überweisungen nichts kostenund eine kostenlose Girocard enthalten ist.
Nach dieser Definition kostenfrei sind die folgenden Girokonten:
DKB
1822direkt
C24 Bank
Edekabank
KT Bank
Raiffeisenbank im Hochtaunus
PSD Nürnberg
Santander
Sparda Hessen
VR Bank Niederbayern-Oberpfalz