Negativzinsen können für Kunden ein Grund sein, die Bank zu wechseln. Doch noch immer lassen viel zu viele Sparer ihr Geld auf wenig attraktiven Konten und Sparbüchern liegen. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Direktbank Openbank hervor, bei der 2.047 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt wurden.
Die Hälfte der Deutschen ist nicht über die Negativzins-Politik der Hausbank informiert
Ganze 53 Prozent der Deutschen wissen nicht, ob ihre Bank Negativzinsen erhebt.
Immer mehr Banken in Deutschland führen Negativzinsen auf das Kontoguthaben ihrer Kunden ein. Das Tückische: Vielen Kunden ist dieses Vorgehen gar nicht bewusst. Laut einer aktuellen Umfrage der Openbank wissen 53 Prozent der Deutschen nicht, ob ihre Bank Negativzinsen erhebt. Weitere zehn Prozent der Befragten haben zudem noch nie etwas von Negativzinsen gehört.
Gleichzeitig machen 26 Prozent der Befragten aber auch klar, dass sie aufgrund von Negativzinsen bereit wären, die Bank zu wechseln. Für sieben Prozent sind sogar schon Nullzinsen ein Grund für einen Bankenwechsel.
Deutsche wollen Konten ohne Gebühren
Bei einem Bankenwechsel spielen vor allem eine kostenlose Kontoführung (81 Prozent) sowie der Verzicht auf Negativ- oder Strafzinsen (79 Prozent) eine wichtige Rolle. „Für 53 Prozent der Befragten ist es ebenfalls wichtig bei einem Bankwechsel künftig alle Finanzen unter einem Dach zu haben. Dies zeigt, dass viele Kunden die Anforderung haben, dass ihre Bank nicht nur Zahlungsdienstleistungen, sondern auch Sparprodukte und Geldanlagemöglichkeiten bieten sollte. Kunden möchten alle wichtigen Bankdienstleistungen mit einer Bank abwickeln können“, erklärt Steve Langer, Market Director bei der spanischen Openbank.
Große Ratlosigkeit bei den Deutschen hinsichtlich guter Alternativen
Aber: Eine gute Alternative zum Null- oder Negativzins zu finden, scheint für die Deutschen nicht so leicht. 19 Prozent wollen ihr Geld trotz Negativzinsen auf ihrem Girokonto lassen. 23 Prozent gaben an, keine Alternativen zu kennen. Nur elf Prozent setzen auf Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen, acht Prozent auf ETFs und sieben Prozent auf Investmentfonds.
„Zu viele Kunden lassen ihr Geld noch auf wenig attraktiven Konten und Sparbüchern liegen, anstatt über Sparpläne auf Aktien, ETFs und Fonds für das Alter vorzusorgen und Vermögen aufzubauen“, sagt Langer.