Nubank kann eine weitere Finanzierungsrunde erfolgreich beenden. Die brasilianische Neobank sammelt 1,15 Milliarden Dollar ein, davon stammen allein 500 Millionen von Starinvestor Warren Buffet.
Nubank sammelt 1,15 Milliarden US-Dollar ein
Warren Buffett steckt eine halbe Milliarde Dollar in die brasilianische Neobank Nubank. - Quelle: Nubank
Die brasilianische Neobank Nubank kann in einer neuen Finanzierungsrunde 1,15 Milliarden Dollar an frischem Kapital einsammeln. Davon stammen 500 Millionen Dollar von Warren Buffets Berkshire Hethaway. Die Bewertung der Digitalbank steigt damit auf 30 Milliarden Dollar, das sind fünf Milliarden Dollar mehr als noch im Januar.
Nubank ist nach Kundenzahl die größte digitale Bank der Welt: mittlerweile nutzen 40 Millionen Kunden die Dienste der Neobank. Die von dem kolumbianischen Geschäftsmann David Velez gegründete Nubank begann als Technologieunternehmen in Brasilien, das nur eine gebührenfreie Kreditkarte mit einem Kreditrahmen von 50 R$ (ca. 10 US-Dollar) anbot. Heute hat Nubank eine Vielzahl von Finanzprodukten im Portfolio, darunter ein digitales Bankkonto, eine Debitkarte, Versicherungen, P2P-Zahlungen über Pix (das brasilianische Äquivalent von Zelle), Kredite, Prämien, Lebensversicherungen sowie ein Konto und eine Kreditkarte für Kleinunternehmer.
Das Erfolgsrezept von Nubank
Das Erfolgsgeheimnis von Nubank: das Fintech bedient Bürger ohne Bankverbindung in Brasilien – das sind etwa 30 Prozent der Bevölkerung. Bei 211 Millionen Einwohnern sind das über 63 Millionen potenzielle Kunden. Traditionell wird der brasilianische Bankensektor von fünf großen Banken dominiert: Itaú Unibanco, Banco do Brasil, Bradesco, Santander und Caixa Economica Federal. Der Kundenservice ist notorisch schlecht, die Banken verlangen für jede noch so kleine Transaktion hohe Gebühren. Mit seinem kostenlosen Girokonto und der gebührenfreien Kreditkarte war Nubank zur rechten Zeit am rechten Ort: „Wir haben gesehen, wie der gesamte Markt digitalisiert wurde, insbesondere Leute, die nie gedacht hätten, dass sie es tun würden“, erklärt Firmengründer Velez. „Es gibt jetzt wirklich eine Lawine von Leuten, die ins digitale Banking einsteigen.“ Inzwischen bietet Nubank auch Dienstleistungen in Kolumbien und Mexiko an. Noch beschränkt sich das Angebot in beiden Ländern auf die Kreditkarte.