Mit preiswerten, effektiven Strategien wollen digitale Robo-Advisor den klassischen Vermögensverwaltern Kunden abjagen. In Deutschland vertrauen bereits viele Privatanleger auf die Dienste der intelligenten Programme: der deutsche Robo-Markt ist der größte in Europa.
EU-weit der größte Markt
Innerhalb der Europäischen Union hat Deutschland den größten Markt für Robo-Advisor.
Digitale Vermögensberater gibt es in Deutschland seit 2013. Seitdem hat sich der deutsche Markt zum größten Arbeitsplatz für Robo-Advisor in der EU entwickelt. Wie aus den aktuelle Zahlen des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) hervorgeht, verwalteten die digitalen Berater in Deutschland Ende 2019 ein Fondsvermögen von 7,5 Milliarden Euro. EU-weit sind es 13 Milliarden Euro, der deutsche Anteil liegt als bei gut 60 Prozent.
Erfolgreich auch ohne Provisionsverbot
Während deutsche Privatanleger rund ein Prozent ihres Fondvermögens automatisiert angelegt haben, sind es in anderen europäischen Ländern mit einer ähnlichen Anlagekultur wie Italien, Spanien oder Frankreich lediglich 0,1 Prozent. 3.800 Robo-Kunden je eine Million Einwohner gibt es laut BVI in Deutschland, das ist ein Spitzenwert im europäischen Vergleich. Die hohe Zahl ist außerdem bemerkenswert, weil einige Länder wie Großbritannien oder die Niederlande die Verbreitung automatisierter Beratung durch ein Provisionsverbot in der Anlageberatung unterstützen. Dennoch liegt die Zahl der Robo-Kunden in den Niederlanden nur bei 1.800 Kunden pro eine Million Einwohner, in Großbritannien sind es 8.600. In den USA wiederum vertrauen 25.200 Anleger pro eine Million Einwohner auf die Dienste von Robo-Advisors, ebenfalls ohne Provisionsverbot. Diese jüngsten Zahlen zeigen, dass sich die digitalen Vermögensverwalter auch im freien Wettbewerb der Vertriebsmodelle stark verbreiten können.