Trotz Corona-Krise werden in Deutschland pro Woche zwei neue Fintech Start-Ups gegründet. Jetzt wurde die 900er Marke geknackt. Insbesondere der Investment-Sektor boomt, während Blockchain-Start-Ups rückläufig sind.
2 neue Start-Ups pro Woche
Wie aus der neuesten Fintech-Studie hervorgeht sind es vor allen Dingen, die Investment-Startups, dieam stärksten wachsen.
946 Fintech Start-Ups gibt es aktuell in Deutschland, wie die Fintech-Studie der Comdirect gezählt hat. Damit steigt die Anzahl erstmals über die 900er-Marke. Die Zahl der Neugründungen ist dennoch leicht rückläufig: während im Jahr 2018 noch 141 Fintechs neu gegründet wurden, waren es 2019 nur 105. „Über ein Jahrzehnt nach Aufkommen der ersten deutschen Fintechs werden aktuell immer noch mehr als zwei neue Fintech-Startups pro Woche gegründet“, erklärt Matthias Hach, Marketing- und Vertriebsvorstand der Comdirect. „Der Innovationsdruck auf den Finanzsektor bleibt damit trotz des leicht rückläufigen Wachstums hoch“, so Hach.
Fast 50 Gründungen im Corona-Jahr
Quelle: Comdirect
Für das Corona-Jahr 2020 hat die Comdirect-Studie Zahlen bis September erfasst: so gab es im laufenden Jahr bislang 48 Fintech-Gründungen, das sind fünf weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings müsse das kein ein Indiz für eine weiter rückläufige Gründungsdynamik sein, betonen die Studienautoren. Man sollte nicht außer Acht lassen, dass innovative Start-Ups in der Frühphase üblicherweise im sogenannten Tarnkappenmodus bleiben. Zum Schutz vor Nachahmern werde der Gang an die Öffentlichkeit oft erst kurz vor der Produktreife gesucht, kommentiert Michael F. Spitz, Geschäftsführer des Inkubators der Commerzbank. „Da diese Tarnkappenphase durchaus zwölf Monate oder sogar länger dauern kann, wird man erst im Laufe des Jahres 2021 abschließende Aussagen zur Gründungsdynamik des Jahres 2020 und dem Einfluss von COVID-19 hierauf treffen können“, so Spitz.
Boom bei den Investment-Fintechs
Das stärkste Wachstum der Top-Fintech-Kategorien hatten 2019 junge Unternehmen im Investment-Sektor. Ihre Zahl legte gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent zu auf 112 Start-Ups. Nicht zuletzt das anhaltend niedrige Zinsniveau treibe den Trend zu einfachen und mobilen Anlageoptionen weiter voran, meint Comdirect-Vorstand Hach. Auch 2020 trugen Investment-Start-Ups mit zehn Neugründungen wieder am stärksten zum Fintech-Wachstum bei.
Deutlich rückläufig sind dagegen die Zahlen in der Kategorie Blockchain. Die wichtigsten Fintech-Kategorien sind wie schon in den Vorjahren Proptech, also Immobilien-Start-Ups (203) und Finance (189).