Im Bankenwesen sieht es nicht rosig aus. Laut einer aktuellen Bankenstudie müssen Deutsche Banken Milliarden einsparen. Grund sind die anhaltende Covid-19-Krise sowie das schwierige Marktumfeld von Europas Banken.
Verschlechterte Ertragslage europäischer Banken
Bankenstudie warnt: Wenn deutsche Banken überleben wollen, müssen sie Milliarden einsparen.
Die Situation und der Druck auf europäische Banken haben sich im ersten Halbjahr 2020 nochmals verschärft. Die Kreditinstitute müssen die dringend notwendige Effizienzsteigerung vorantreiben und unbedingt milliardenschweren Einsparungen generieren. Das zeigt die aktuelle Bankenstudie der Management- und Technologieberatung BearingPoint.
In der Covid-19 Krise hat sich die Ertragslage europäischer Banken durchgängig verschlechtert. Zudem ist die Zuführung der Risikovorsorge bei europäischen Banken um das Dreifache gewachsen, hierzulande sogar um das Vierfache. Vor allem bei den großen und mittleren Banken fallen die Steigerungen mit 200 beziehungsweise 400 Prozent deutlich höher aus als bei anderen Finanzinstituten. Laut Studie kann dieses Wachstum durch die Kundenstruktur und den Fokus auf Unternehmenskunden erklärt werden.
Anzahl notleidender Kredite steigt und steigt
Quelle: obs/BearingPoint
Die Studie zeigt auch, dass die europäischen Banken mit einer Bilanzsumme von über 150 Milliarden Euro ein deutliches Plus von über zehn Prozent im ersten Halbjahr 2020 aufweisen. Bis zum Ende des 2. Quartals 2020 hatten laut Studie 36 der größten europäischen Banken rund 317 Milliarden Euro notleidende Kredite in ihren Bilanzen. Zusätzlich sei laut BearingPoint mit Nachholeffekten in den nächsten Quartalen zu rechnen.
"Wir müssen davon ausgehen, dass sich durch die andauernde Krise die Probleme in der Realwirtschaft noch verschärfen und dies zu einer weiteren erheblichen Belastung der Profitabilität und Stabilität der Banken führen wird. Daher sind die Banken gut beraten, in Sachen Kosteneffizienz nicht nur konsequent, sondern auch schnell zu handeln, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen", warnt Frank Hofele, Partner bei BearingPoint.
Weitere Informationen zur Studie können Sie hier abrufen.