Ansteckungsgefahr im Alltag
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät, die Verwendung und Berührung von Bargeld zu minimieren.
Der Corona-Erreger wird über Tröpfcheninfektion übertragen, das heißt also durch Niesen, Husten oder Spucke. Ein Sicherheitsabstand zu anderen Menschen von mindestens einem Meter soll dabei helfen, eine direkte Ansteckung zu vermeiden. Was aber ist mit Dingen des täglichen Gebrauchs, die von vielen Menschen angefasst werden, wie Türklinken, Einkaufswagen oder Bargeld? Kann das Virus über diese Oberflächen übertragen werden?
Wie lange halten sich Coronaviren auf Oberflächen?
Der Corona-Erreger hat eine begrenzte Haltbarkeit. Als sogenanntes umhülltes Virus ist es empfindlicher gegen Umwelteinflüsse als beispielsweise das Norovirus, das eine Magen-Darm-Erkrankung hervorruft. Spülmittel, herkömmliche Putzmittel und Seife zerstören das Coronavirus, Sonnenlicht trocknet es aus. Wie lange der Erreger auf Oberflächen überlebt, hängt von der Virenlast ab, also davon, wie groß die Menge der Keime auf der Fläche ist. Ein exakter Zeitraum lässt sich schwer angeben, da die Übertragung über unbelebte Oberflächen laut Robert-Koch-Institut bisher noch nicht dokumentiert sei. Einziger Anhaltspunkt ist bislang eine Untersuchung der Universität Greifswald und der Ruhr-Universität Bochum vom Februar 2020, wonach Coronaviren bei Raumtemperatur im Schnitt zwischen vier und fünf Tage, maximal bis zu neun Tage auf Oberflächen überlebten. Offenbar steigerten Kälte und eine hohe Luftfeuchtigkeit ihre Lebensdauer.
Was bedeutet das für den Umgang mit Bargeld?
Die Europäische Zentralbank geht derzeit nicht davon aus, dass die Ansteckungsgefahr über Bargeld besonders hoch ist. Allerdings sagt der gesunde Menschenverstand, dass es durchaus Situationen geben kann, wo ein Kunde beispielsweise in die Hand niest und dann Bargeld weitergibt, auf dem sich folglich Keime befinden. Für den Umgang mit Geldscheinen und Münzen sollte daher eine gründliche Handhygiene gelten. Auch Fadela Chaib, eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnte zu gründlicher Hygiene im Umgang mit Bargeld: „ WHO did not say banknotes would transmit COVID-19, nor have we issued any warnings or statements about this. We were asked if we thought banknotes could transmit COVID-19 and we said you should wash your hands after handling money, especially if handling or eating food.”
Wer besonders vorsichtig ist, kann auch bewusst auf Bargeld verzichten und mit der Karte oder mobil über das Smartphone bezahlen. Sinnvoll ist auch, das Handy regelmäßig zu reinigen, etwa mit einem in Alkohol getränkten Tuch oder einem Desinfektionsspray.
Welche Staaten desinfizieren Bargeld?
Aufgrund der hohen Fallzahlen mit Covid-19 Erkrankten haben China und Südkorea Maßnahmen ergriffen, um Geldscheine zu desinfizieren und für bis zu 14 Tage in Quarantäne zu geben. Auch die USA schicken Dollar-Scheine, die aus Asien in die USA gelangt sind, seit dem 21. Februar in Quarantäne. Wie die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mitteilte, werden die Scheine für sieben bis zehn Tage zurückgehalten, bevor sie wieder in Umlauf kommen. Eine Zurückhaltung von neu ins Land gekommenen Dollar-Scheinen ist üblich, der Zeitraum liegt zwischen fünf und 60 Tagen.
Nach Angaben der Sparkasse ist das Reinigen von Geldscheinen in Deutschland nicht geplant. Das Eurosystem untersucht regelmäßig, ob der Umlauf von Geldscheinen Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit haben könnte, auch in Bezug auf Viren. Bislang gibt es dazu keinen Nachweis.