18.03.2025
Vor Bitcoin-Kauf FOMO ausschließen
Angesichts der jüngsten Kursrekorde von Bitcoin liegt es nahe, ein wenig FOMO (Fear of Missing Out) zu verspüren. Doch Emotionen sind ein schlechter Ratgeber, wenn es ums Geld geht. Zum Glück gibt es einen Mittelweg zwischen hilflos zusehen und kopflos ‘reingehen: Krypto verstehen. - Quelle: Shutterstock.com
Der Bitcoin ist auf einem Allzeithoch. Institutionelle Investoren wie Goldman Sachs, Morgan Stanley oder BlackRock haben Bitcoin-ETFs aufgelegt. Selbst der norwegische Staatsfond hält Anteile an Unternehmen mit Kryptoinvestments oder aus dem Kryptosektor. Dieser Erfolg wird nach Ansicht von Experten durch die Marktreife von Krypto vorangetrieben.
Zeit also, selbst in Bitcoin zu investieren? Wer sich diese Frage stellt, sollte für sich selbst FOMO ausschließen, Fear Of Missing Out. Emotionen sind ein schlechter Ratgeber, wenn es um Geld geht. Glücklicherweise gibt es jedoch einen Mittelweg zwischen dem hilflosen Zusehen und dem kopflosen Einstieg in ein kompliziertes Feld: Krypto verstehen und eine informierte Entscheidung treffen. Dabei ist es sinnvoll, die unterschiedlichen Marktsegmente in den Blick zu nehmen.
Basis des Ganzen ist die Blockchain. Dabei handelt es sich um ein dezentrales Datenbanksystem, das seine Daten blockweise in einer chronologisch verknüpften Form speichert. Jeder Block ist durch eine kryptografische Signatur mit dem vorherigen verbunden. So können einmal gespeicherte Daten nicht mehr verändert werden. Die Informationen sind transparent und nachvollziehbar, denn alle Nutzer einer Blockchain befinden sich im selben Netzwerk und haben Zugriff auf die gleichen Daten. Die Überprüfung der Einträge erfolgt durch mehrere Computer, die sich gegenseitig die Echtheit der Blockchain bestätigen, sodass eine zentrale Instanz entfällt.
Blockchain, Token und Coins: Krypto im Fokus
Aufbauend auf der Blockchain-Technologie gibt es unterschiedliche Anwendungen, in erster Linie sogenannte Krypto-Währungen. Das sind digitale Währungen, von denen Bitcoin (BTC) die erste und bekannteste ist. Sie erlaubt dezentralisierte Finanztransaktionen ohne Beteiligung traditioneller Bankinstitute. Doch mittlerweile existieren viele weitere Coins mit unterschiedlichen Funktionen, die sogenannten Altcoins. Viele von ihnen wurden eingeführt, um Einschränkungen der Bitcoin-Währung abzubauen. So bieten sie schnellere Transaktionen, niedrigere Gebühren, eine verbesserte Skalierbarkeit oder mehr Datenschutz.
Ein bekannter Altcoin ist Ether (ETH). Er zielt darauf ab, intelligente Verträge (Smart Contracts) auszuführen und zu bezahlen sowie dezentrale Anwendungen (DApps) zu entwickeln. Bei der Marktkapitalisierung steht Ether auf Platz zwei nach Bitcoin. Eine spezielle Kategorie von Krypto-Währungen sind die sogenannten Stablecoins. Sie sollen in erster Linie die Preisvolatilität verringern und sind deshalb an einen externen Vermögenswert gekoppelt – häufig eine herkömmliche Währung oder ein Edelmetall. So ist beispielsweise Tether (USDT) an den US-Dollar gekoppelt und bietet eine stabile Alternative zu hochvolatilen Coins. Daneben gibt es Privacy-Coins wie Monero (XMR). Er ermöglicht vertrauliche, nicht zurückverfolgbare Transaktionen.
Neben diesen digitalen Währungen gibt es noch eine Vielzahl anderer Token-Typen mit unterschiedlichen Funktionen und Eigenschaften. Utility-Token ermöglichen den Zugang zu Diensten oder Anwendungen auf der Blockchain. Governance-Token räumen ihren Inhabern Stimmrechte bei bestimmten Anwendungen ein. Ein neuer Trend sind Fan-Token für Sportler, Künstler oder Brands, die zum Beispiel exklusive Vorteile in Fanshops gewähren. In eine ähnliche Richtung gehen sogenannte Non-Fungible Tokens (NFTs). Sie repräsentieren einzigartige, nicht austauschbare digitale Vermögenswerte. Ein Coin dagegen kann dagegen wie eine „echte“ Münze gegen jeden anderen Coin gewechselt werden. Am Rande bemerkt: NFTs werden ebenfalls gehandelt, aber wie eine Ware. Dieser Aspekt ist im Zusammenhang mit Bitcoin und Altcoins zweitrangig.
Transaktions- und Konsensmechanismen
Neben den Finanzfunktionen unterscheiden sich die einzelnen Altcoins auch in technologischer Hinsicht untereinander. So gibt es jeweils eigenständige Konsens- und Transaktionsmechanismen. Der Konsensmechanismus ist das Verfahren, mit dem die Teilnehmer eines Blockchain-Netzwerks eine einheitliche Version der gesamten Transaktionshistorie bestätigen. Der Transaktionsmechanismus beschreibt die Verbuchung der Finanztransaktionen. Diese beiden Mechanismen werden auch für die Erzeugung neuer Coins eingesetzt, dem Mining.
Der Prozess beginnt, sobald eine Bitcoin-Transaktion durchgeführt wird – etwa die Bezahlung eines Produkts. Die Transaktion wird an das Netzwerk gesendet und dort in einer Warteschlange gespeichert. Miner wählen aus diesem Pool Transaktionen aus, bündeln sie in einem neuen Block und führen den Konsensmechanismus aus. Bei Bitcoin ist es Proof-of-Work (PoW). Dabei muss ein Miner komplexe mathematische Aufgaben lösen, um einen neuen Block zur Blockchain hinzufügen zu können. Als Belohnung gibt es dann eine bestimmte Menge an Bitcoins.
Dieses Verfahren erfordert hohe Rechenleistung und viel Energie in Rechenzentren. Ein alternatives Modell ist Proof of Stake (PoS), bei dem nicht Rechenleistung, sondern der Besitz von Kryptowährung über die Blockvalidierung entscheidet. Teilnehmer setzen ihre Coins als „Einsatz“ (Stake) ein, um Blöcke zu validieren, was energieeffizienter ist als PoW. Es gibt einige weitere Konsensmechanismen, die unterschiedliche Prioritäten in Sachen Sicherheit, Geschwindigkeit und Dezentralisierung widerspiegeln.
Wachsende Akzeptanz im Finanzmarkt
Bitcoin ist nach wie vor die dominierende Kryptowährung aufgrund ihrer erwiesenen Sicherheit und nicht zuletzt ihrer hohen Wertsteigerung. Seine Marktkapitalisierung beträgt rund 1,8 Billionen Euro, gefolgt von Ethereum mit etwa 314 Milliarden Euro. Alle Altcoins zusammen kommen auf über 1,2 Billionen Euro. (Stand Anfang Februar 2025).
Kryptowährungen werden nun auch auf dem traditionellen Finanzmarkt ernst genommen. Bitcoin-ETFs sind in den USA seit 2024 zugelassen. Damit wurde es erstmals möglich, über traditionelle Finanzprodukte in Kryptowährungen zu investieren. Unternehmen wie BlackRock, Fidelity und Vanguard sind bereits in Bitcoin-ETFs investiert.
Vor diesem Hintergrund ist in Deutschland und Europa ein wachsendes Interesse zu beobachten. Eine Studie der Europäischen Zentralbank aus dem Jahr 2024 zeigt, dass bereits 22 Prozent der Europäer Krypto-Coins besitzen, wobei Deutschland mit 17 Prozent leicht unter dem Durchschnitt liegt. Einzelne europäische Länder begünstigen zudem digitale Währungen. In Portugal zum Beispiel sind private Kryptogewinne nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei.
Im Kryptomarkt investieren
Anlegern stehen zahlreiche Investitionsmöglichkeiten und Instrumente zur Verfügung. Zentralisierte Kryptobörsen wie Bitget bieten eine breite Palette von Kryptowährungen an und erleichtern den Einstieg mit einfachen Registrierungsprozessen und sicheren Speichermethoden. Mit Staking können Anleger ein passives Einkommen erzielen, indem sie ihre Coins in den Konsensmechanismus einbringen, wie z. B. Etherum. Im Gegenzug erhalten sie Coins.
Trading Bots ermöglichen den Zugang zu komplexen Handelsstrategien durch die Automatisierung von Handelsprozessen. Sie analysieren kontinuierlich die Marktdaten und kaufen oder verkaufen, um von den Marktbewegungen zu profitieren. Launchpools und Launchpads sind eine weitere Investitionsmöglichkeit, die es zu prüfen gilt. Diese Instrumente ermöglichen es Anlegern, frühzeitig in neue und vielversprechende Projekte zu investieren. Im Gegenzug erhalten sie neue Token als Belohnung.
Bei all diesen Investitionsmöglichkeiten ist es jedoch wichtig, die damit verbundenen Risiken zu kennen. Der Kryptomarkt ist volatil, daher sollten Anleger nur Beträge investieren, deren Verlust sie sich leisten können. Außerdem sollte sich jeder umfassend informieren oder von Experten beraten lassen, bevor er eine Entscheidung trifft.